Hund aus zweiter Hand!

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Oft herrscht das Vorurteil, dass nur verhaltensgestörte Hunde im Tierheim leben. Das ist falsch.

Nicht alle Vierbeiner, die ins Tierheim kommen, wurden abgeschoben, weil ihre Besitzer nicht mehr mit ihnen klar kamen.

Viele (eigentlich alle) Hunde können nichts dafür, dass sie hier als Fund- oder Abgabetier gelandet sind.

Der Mensch prägt den Hund

Jeder Hund war einmal Welpe und für seine Erziehung und Prägung war der Mensch zuständig. Das Resultat dieser Erziehung und auch die damit verbundenen "Charakterschwächen" hat der Mensch zu verantworten.

Kein Tier ist von Geburt an böse oder gewalttätig. Doch bestraft für ihre Untugenden werden immer die Tiere selbst, nie lastet man es der Unfähigkeit oder Fahrlässigkeit seiner ehemaligen Besitzer an.

Die wahren Gründe für die Abgabe von Tieren

Nicht alle Vierbeiner, die ins Tierheim kommen, sind deshalb unerzogen oder wurde nur deshalb abgeschoben, weil ihre Besitzer nicht mehr mit ihnen klar kamen.

Viele sind aus ganz anderen Gründen hier, z.B. weil ihre Eigentümer umgezogen sind und sie nicht mitnehmen konnten (oder wollten) oder ein Familienmitglied bekam eine Allergie, oder man hat einfach keine Zeit mehr für das Tier gehabt.

Dann gibt es natürlich auch solche Hunde, die abgegeben wurden, weil ihre Eigentümer mit der Erziehung schlicht überfordert waren und sich nicht mehr zu helfen wussten. Statt sich professionelle Hilfe zu holen, wurde hier kapituliert. Außerdem ist es ja auch einfacher die Fehler in der Erziehung dem Hund zuzuschreiben und ihn kurzerhand im Tierheim abzugeben. Deshalb landen gerade viele Hunde (besonders große) im Alter zwischen 1 und 3 Jahren bei uns im Tierheim. Sie sind im sogenannten Rüpelalter und der ersten schwierigen Phase ihrer Erziehung angelangt.

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Bildnachweis: @ Anita Stöwesand / PIXELIO

Machen Sie es besser als der Partner des Hundes vor Ihnen

Sicherlich haben es Besitzer, die einen Hund aus "zweiter Hand" nehmen, nicht immer leicht.

Im Grunde müssen Sie die Fehler "ausbaden", die von den Vorbesitzern gemacht wurden - dazu gehört im Besonderen die mangelhafte oder gar nicht vorhandene Erziehung. Das heißt aber nicht, dass man solche Unarten nicht abgewöhnen kann. Es gehört nur viel Geduld dazu.

Hund und Mensch müssen zusammen passen

Auch in unserem Tierheim gibt es solche Hunde, die aufgrund ihrer "Vorgeschichte" ein ganz bestimmtes Zuhause benötigen, wo gewisse Kriterien für sie stimmen müssen. Diese Vierbeiner haben meist Schlimmes erlebt und die Menschen nicht von ihrer besten Seite kennen gelernt. Diese schlechten Erfahrungen müssen zunächst wir, und dann der neue Halter das Tier vergessen lassen. Was bedeutet, dass man erst einmal sein Vertrauen neu gewinnen und erarbeiten muss.

Hört sich alles schlimm an - ist es aber nicht! Sonst würden wir wohl kaum Tiere vermitteln, oder? Aber Gedanken um das "Warum? und Wieso?" eines Tierheimhundes sollte sich halt jeder machen, bevor er sich für einen "Hund aus zweiter Hand" entscheidet.

 

 

 

 

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